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Kurze Geschichte der Glücksspiele und Sportwetten
Seit Generationen haben Glücksspiele die Menschheit begleitet. Die erste schriftliche Erwähnung über etwas, was man mit Glücksspielen vergleichen kann, ist die Schöpfung des Weltalls in der griechischen Mythologie, bei der Zeus, Poseidon und Hades die Welt teilten, indem sie Würfel warfen. Bis heute kann man dagegen in 3500 v.Chr. datierten ägyptischen Grabmalen Malereien bewundern, die die Männer darstellen, die eine primitive Variante des Würfelspiels spielen, wobei die Schafsknochen als ein Ersatz der Spielwürfel dienen. Erstaunlich ist die Tatsache, dass die Wissenschaftler Beweise dafür gefunden haben, dass schon damals die Ägypter Probleme mit Glücksspielsucht hatten!
Glücksspiele in unseren Genen?
Die Allgemeinheit und der Ausmaß von Glücksspielen zwingt uns dazu, eine Frage zu stellen und die zu beantworten: „Woher kommt bei den Menschen die fast eingeborene Neigung zu Glücksspielen?“ Jahrhunderte- wenn nicht jahrtausendelang bedingte die menschliche Gewandtheit, das Risiko einzugehen, die Fähigkeit, in oft wilden und unfreundlichen Umständen zu überleben. In der heutigen Welt wird die Bereitschaft, das Risiko am Pokertisch oder beim Roulett einzugehen, vor allem durch finanzielle Aspekte verursacht, obwohl es auch eine wachsende Gruppe der Menschen gibt, für die es eine Art Spaß und Hobby ist.
Anfänge der Sportwetten und Pferderennen
Vor der Buchmacherära erfreuten sich auf der ganzen Welt die unoffiziellen Wetten auf Sport- und Quasisportergebnisse großer Beliebtheit. Die amerikanischen Kolonisten verbreiteten schnell die Sportwetten in der Neuen Welt. Beispielsweise wurden damals die schnell vorbereiteten Straßenprügeleien sowie die „faszinierenden“ Hahnenkämpfe sehr populär. Es wir jedoch allgemein angenommen, dass die Sportwetten mit Pferderennen anfingen, das zu einer professionellen Sportart Anfang des 18. Jahrhunderts wurde, unter der Regierung der britischen Königin Anna.
Obwohl laut unoffiziellen Quellen die ersten kleinen Wetten auf Pferderennen schon aus dem 17. Jahrhundert stammen, waren es vor allem Wetten zwischen Freunden oder Familie. Die ersten Buchmacherfirmen erschienen zwei Jahrhunderte später. Im 19. Jahrhundert nahm das Interesse an Wetten bedeutend zu. Immer populärer wurde Pferderennen, wie klassische Derby oder St. Leger, die verursachten, dass viele reiche Familien begannen untereinander große Geldsummen zu wetten. Charakteristisch für diese Periode war The Horse Racing Poll, jedoch eignet sich diese Wettenform für eine kleinere Anzahl von Personen und war gewöhnlich ein Privileg der höheren Gesellschaftsschicht. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden in Großbritannien viele Läden mit Sportwetten, darunter mehr als 400 nur in London. Leider waren die Buchmacherfirmen illegal, weil das Gesetz aus dem Jahre 1853 die Wetten im ganzen Land verbot. Man soll anmerken, dass im Jahre 1886 in England die wahrscheinlich bekannteste britische Buchmacherfirma Ladbrokes entstand.
Die berühmte englische Pferderasse der Vollblüter ("thoroughbred") sind Nachkommen der ältesten Pferderasse der Welt – der Vollblutaraber. Noch lange vor dem ersten Rennen in Großbritannien waren unter den Arabern die Wetten auf lange Ausdauerrennen populär, in denen die Hengste durch große Landstriche der Wüsten auf der Arabischen Halbinsel rannten. Seit den Kreuzzügen im 12. Jahrhundert wurden die schnellen arabischen Pferde importiert und mit englischen Stuten verbunden, wodurch die berühmte Rasse der englischen Vollblüter entstand, die sich durch ihre enorme Schnelligkeit und hohe Beharrlichkeit auszeichnen.
Die Popularität der Pferderennen in England wurde viel größer als man überhaupt erwarten konnte. Jedes Mal kamen Menschenmengen zu Rennbahnen, auf denen jeden Tag sogar einige zehn Rennen stattfanden. Der Grund? Die britischen Kurzstreckenrennen waren im Gegensatz zu den arabischen Langstreckenrennen viel intensiver und somit spektakulärer.
Windhunde und Fußball
Pferderennen blieben unverändert die populärste Sportart bei den Wettenden in den nächsten Jahrzehnten und auch heute werden sie von vielen als eine Grundlage des britischen Sportwettengeschäfts betrachtet.
In den dreißiger Jahren gewannen in England andere Sportarten sehr viel an Popularität – Windhundrennen (die höchste Popularität nach dem 2. Weltkrieg, seit 60er Popularitätsschwund) und Fußball, der aktuell die populärste Sportart bei den Wettenden auf der ganzen Welt ist. In der Zwischenkriegszeit plazierte die mittlere Schicht immer öfter und lieber die Sportwetten. 1938 gab der statistische Brite 5% seines „freien“ Geldes für Glücksspiele und Sportwetten aus.
Buchmacherdienstleistungen wurden erst 1961 durch die britische Regierung legalisiert. Seit dem Zeitpunkt wächst die Anzahl der Buchmacherfirmen auf dem Markt ununterbrochen. In den 60er entstanden in Großbritannien jede Woche durchschnittlich 35 Buchmacherlokale. Heutzutage gibt es mehr als zehn tausend solcher Lokale in Großbritannien, und die Mehrheit von denen gehört den Firmen William Hill (gegründet 1934), Ladbrokes (gegründet 1886) und Coral Group (gegründet 1926).
Jenseits des Atlantiks
In den USA entstand die erste Buchmacherfirma in 1866 in Philadelphia. Baseball, der im 19. Jahrhundert als Nationalsport der Amerikaner ausgerufen wurde, war am Anfang von den Wettenden sehr beliebt, auch trotzt des unrühmlichen Skandals der Chicago White Sox Mannschaft im Jahre 1919, in dem die Mannschaft im Finale absichtlich schlechter spielte und das ganze Finale mit 5 Niederlagen und 3 Siegen verlor. Das Interesse an Pferderennen war am größten in den 20er und dann sank es nach und nach bis heute.
Außer Baseball wählen die amerikanischen Wettenden aktuell vor allem den amerikanischen Football und Basketball. Interessant ist, dass der Uni-Basketball und der amerikanische Football in den USA 20% von allen Wetten auf amerikanische Sportarten bilden.
Heutzutage darf man keine Buchmacherfirma in den USA besitzen, weil es laut dem Gesetz vom 1992 über Spiele und Wetten (Ausnahme ist der Staat Nevada) illegal ist. Manchmal dürfen die Sportwetten nur von der staatlichen Buchmacherfirma angeboten werden, so wie es z.B. in Schweden, Singapur und Kanada ist.
Die Rolle des Fernsehens und des Internets
Die Branche der Sportwetten „blüht“ jeden Tag. Viele Experten verbinden dieses Wachstum der Popularität mit zwei Erfindungen. Erstens verlieh das Fernsehen den Sportwetten eine neue globale Dimension der Attraktivität, indem es der ganzen Welt Übertragungen aus einer großen Anzahl von Sportereignissen zur Verfügung stellt. Manche abergläubische Spieler denken, das das Gewinnen einer Wette nur dann möglich ist, wenn man das entsprechende Sportereignis im Fernsehen sieht. Andere dagegen schalten den Fernseher aus, wenn das Ergebnis nicht nach ihrem Wunsch ist und glauben, dass das Ergebnis sich in dieser Zeit nach ihrem Wunsch ändert.
Die zweite Erfindung ist das Internet, das an sich selbst zwar nicht ganz kostenlos ist, aber seinen Benutzer den kostenlosen Zugang zu den verschiedenen mit Sport und Sportwetten verbundenen Materialien anbietet sowie das Kommunizieren zwischen den Spielern (Meinungen, Gedankenaustausch) ermöglicht.
Glücksspiele in Zahlen
Es wurde schon viel über den globalen Ausmaß der Glücksspiele gesagt. Jedoch um sich deren Größe bewußt zu sein, reicht nur eine Zahl anzuführen: die Glücksspiele erbringen im Weltmaßstab ca. $370 Milliarden des Jahreseinkommens für Glücksspiel- und Buchmacherfirmen.